oder Die tausend Auferstehungen der Sara Mittwinnter
von Bernhard Mentzel
Hartmut Mittwinnter, genannt Hardy, muss einiges aushalten. Sein Vater verschwindet und verliert sich auf der Sinnsuche, auch seine Mutter lebt in eigenen Welten, sein Stiefvater ist ein Unhold und seine Zwillingsschwester wird ermordet. Zu alledem sorgt eine böse Lehrerin für den Schulverweis unseres Helden. Auch sonst hat er es als junger Mann sehr schwer mit den Frauen.
Hardy ist jedoch nicht gewillt, sich in der Opferrolle einzunisten. Er holt zu harten Gegenschlägen aus, verschafft sich Genugtuung und begeht so manches Unrecht. Denn meistens trifft er die Falschen. Sein Glück verfehlt er dafür zuverlässig, und so muss er die ziellosen Versuche seiner Selbstfindung fortsetzen. Dabei könnte so vieles doch so einfach sein!
Nicht einmal als Mörder ist man seines Lebens noch sicher!Kein Sinn nirgends. Sogar der Erzähler und der Verfasser liefern sich in den Fußnoten herrlich alberne Gefechte. Wüstes Geschwätz und greller Schein verstopfen heillos Raum, Zeit und Köpfe. Selbstheilung erscheint als letzte Rettung, doch zum Glück geschehen immer wieder Wunder…
Schlagwörter:
Charakterstudien; Trauma und Verbrechen; transgenerationale Dynamik; Stil und Sorgfalt; Zeichungen; Psychologie; Philosophie; literarische Bezüge; Entschleunigung; sehr anspruchsvoll